Berichte 2010

Weltaidstag (01. Dezember)

Geschichten, die unter die Haut gehen
Bekannte Regensburger lasen am Weltaidstag in der Stadtbücherei-Nord

Bewegende Lebensgeschichten standen im Mittelpunkt einer Lesung, die die Evangelische Jugend in Kooperation mit der Stadtteilbücherei-Nord veranstaltete. Anlässlich des Weltaidstages wollten die Jugendlichen am 1. Dezember auf die Aidsepidemie im südlichen Afrika aufmerksam machen.
Bürgermeister Joachim Wolbergs, Dekan Eckhard Herrmann, die Künstlerin Ana Matt sowie Redakteur Heinz Klein von der Mittelbayerischen Zeitung lasen Geschichten und Gedichte aus Südafrika. Der Journalist Harald Rast steuerte einige Kurzberichte aus der eigenen Recherche vor Ort bei. Die Schriftstellerin Barbara Krohn musste ebenso wie die evangelische Jugendgruppe aus Neutraubling witterungsbedingt kurzfristig absagen.
„Wir haben Texte ausgesucht, die unter die Haut gehen und nachdenklich machen“, kündigten Christine Kugler und Ann-Katrin Haffner von der Evangelischen Jugend an. Die Themen des Abends spannten einen weiten Bogen. Eine Liebesgeschichte aus dem Jugendbuch „Sie nennen mich Smiley“ gehörte ebenso dazu wie das bewegende Portrait einer Ärztin, die sich trotz eigener Infektion aktiv gegen die Ausbreitung der Seuche in ihrer Heimat einsetzt.
„Viele Menschen vor allem in Afrika wissen nicht, wie man sich mit dem HIV-Virus infiziert. Diese Unwissenheit hat zur Folge, dass das Virus immer schneller weitergegeben wird“, so Ann-Katrin Haffner. Welche Auswirkungen die Ausgrenzung von HIV-infizierten Menschen haben kann, führte die wahre Geschichte eines Hausmädchens eindrücklich vor Augen: Aus Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder von der Familie verstoßen zu werden, weigert sich die junge Frau, das Ergebnis ihres Aidstests entgegen zu nehmen. Eine Behandlung der Aids-Erkrankung ist schließlich nicht mehr möglich. Das Schweigen und die Angst bringen sie viel zu früh ins Grab.
Besonders dramatisch sei die Situation der von Aids betroffenen Kinder, führte der Journalist Harald Rast aus, denn „die produktive Generation der Eltern stirbt aus.“ Dass es trotz der großen Probleme angesichts von Aids Zeichen der Hoffnung gibt, bewiesen einige Texte gegen Ende des Abends: Die Einladung zur Hochzeit von zwei Menschen, welche beide das Virus in sich tragen. Die Entscheidung eines Elternpaares, den kleinen Sohn auch weiterhin dem HIV-infizierten Kindermädchen anzuvertrauen. „Diese Hoffnungszeichen machen Mut“, so Christine Kugler von der Evangelischen Jugend zum Abschluss.

von Susanne Götte

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