Berichte 2010

Kirchenkreiskonferenz Frühjahr (19. März - 21. März)

Die Lebenswelten von Jugendlichen entdecken
Frühjahrskonferenz der Evangelischen Kirchenkreiskonferenz tagte in Haunersdorf

Ist die Evangelische Jugend für alle da? Welche Jugendlichen erreicht der Jugendverband eigentlich mit seinen Angeboten? Dieser Frage stellten sich fünfundzwanzig Delegierte der Evangelischen Jugend bei der Frühjahrstagung der Kirchenkreiskonferenz Regensburg. Sie fand vom 19. - 21. März im Jugendtagungshaus Haunersdorf bei Landau/Isar statt. Von Passau bis Neumarkt in der Oberpfalz und von Weiden bis nach Landshut reicht das Einzugsgebiet, aus dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen kamen, um sich über die Lebenswelten von Jugendlichen zu informieren.
Als Orientierungshilfe diente dabei die Sinus-Milieustudie U27. Reinhold Ostermann, Referent im Amt für Evangelische Jugendarbeit in Nürnberg, stellte die wichtigsten Ergebnisse dieser Forschungsarbeit anhand von zahlreichen Bildern und Musikbeispielen anschaulich dar: „Jugendliche sind jung und vor allem sehr verschieden! Das zeigt auch die Sinus-Studie sehr deutlich! In der Evangelischen Jugend erreichen wir vor allem junge Menschen aus dem bürgerlichen oder traditionellen Milieu.“ Keine Überraschung ist für ihn aber auch, dass sich Jugendliche von der Evangelischen Jugend angezogen fühlten, die sich für eine gerechtere Welt einsetzen. Ostermann: „Diese so genannten postmateriellen Jugendlichen legen Wert auf fairen Handel, informieren sich gezielt in den Medien über den Klimaschutz und hören auch mal Musik, die nicht zum Mainstream gehört.“
Die Delegierten unterzogen die Angebote der Evangelischen Jugend in den verschiedenen Dekanaten einer ersten kritischen Bilanz. Deren Ergebnisse deckten sich weitgehend mit den Ausführungen des Referenten. Jürgen Weich, Vorsitzender der Kirchenkreiskonferenz aus Schwandorf, zog zum Schluss das Fazit: „Wir müssen bei unseren Angeboten stärker darauf achten, welche Milieus wir damit ansprechen. Auch wenn die Evangelische Jugend prinzipiell für alle da ist, ist doch eines klar: Dass wir wirklich auch alle erreichen, wird wohl nicht möglich sein. Aber denen, die wir erreichen, wollen wir etwas Tolles bieten!“

von Susanne Götte

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