Berichte 2012

Frühjahrskonvent (27. April - 29. April)

Zeitspenden für den Staatssekretär
Die Evangelische Jugend diskutiert über Bildungspolitik

Eine ganz besondere Spendenaktion hat die Evangelische Jugend in Bayern im Frühjahr 2012 ins Leben gerufen: Jugendliche aus dem ganzen Freistaat spendeten auf der Website www.zeitlos.ejb.de etwas von ihrer Zeit für ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit. Am Samstag, den 28. April wurden die vielen gesammelten Stunden nun an Staatssekretär Bernd Sibler aus dem Kultusministerium übergeben. Der war dazu ins Jugendtagungshaus in Geiselhöring (Landkreis Straubing-Bogen) zum Frühjahrskonvent der Evangelischen Jugend im Donaudekanat Regensburg gekommen. Unter der Moderation von Christof Bär, Referent für Jugendpolitik im Amt für Evangelische Jugendarbeit in Nürnberg, diskutierten die jungen Ehrenamtlichen mit dem CSU-Politiker über die bayerische Bildungspolitik. Der Staatssekretär durfte dazu auf dem „Unbequemen Sofa“ Platz nehmen, das zur Zeit im ganzen Land unterwegs ist. Denn in vielen Dekanaten engagieren sich junge Menschen für Bildungsgerechtigkeit und stellen dazu Personen des öffentlichen Lebens unbequeme Fragen. Christoph Bär und die Mitglieder des Leitenden Kreises der Evangelischen Jugend im Donaudekanat Regensburg überreichten dem Gast aus München 1018 symbolisch gespendete Stunden ehrenamtlichen Engagements. „Schade nur, dass diese wertvolle Zeit nicht für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden konnte. Denn Nachmittagsunterricht, Lernstress oder ein straffer Stundenplan an der Uni mit Veranstaltungen selbst am Wochenende machen es immer mehr jungen Leuten schwer, sich sozial zu engagieren“, so Christof Bär.
Unterrichtsausfall und nicht erteilte Intensivierungsstunden – diese Themen standen ganz oben an bei den knapp fünfzig Konventsteilnehmerinnnen und -teilnehmern. „Was ist der Vorteil von der Einsparung eines Schuljahres, wenn die Lehrpläne jetzt so vollgestopft sind? Es geht nur noch darum, für die nächste Ex oder Schulaufgabe zu pauken. Eigentlich sollen wir doch für's Leben lernen!“ Mit dieser Frage griffen Anne Schlüter aus Neutraubling und Nils Olbrecht aus Wenzenbach ein Thema auf, das vielen der anwesenden Gymnasiasten auf den Nägeln brannte. Sibler musste zugeben, dass die Art und Weise der Einführung des G8 nicht optimal gelaufen sei. Er machte aber auch klar: „Am G8 werden wir im Grundsatz nichts mehr ändern. Das ist Konsens aller fünf Landtagsfraktionen! Im Detail gibt es sicherlich noch Dinge, die wir nachbessern können. Einige Lehrpläne müssen zum Beispiel überarbeitet und besser aufeinander abgestimmt werden.“ Er warnte aber auch davor, sich in der Diskussion nur von dem bestimmen zu lassen, was nicht funktioniere. „Wir im Ministerium legen die Strukturen fest. Aber die Schulen haben natürlich Entscheidungsspielräume. Jede Schule ist anders. Deshalb gibt es auch keine einheitlichen Antworten, die für alle passen.“ Für ihn sei es entscheidend, dass alle Schülerinnen und Schüler, gleich welcher Schulart, die grundlegenden Kulturtechniken erlernten und eine gute musisch-kulturelle und religiöse Bildung erhielten. „Auch soziale Kompetenzen, wie ihr sie auf euren Freizeiten und Seminaren ganz nebenbei erwerbt, gehören dazu. Deshalb finde ich auch das Miteinander und Nebeneinander von Schule und außerschulischer Jugendarbeit so wichtig“, meinte Sibler, der früher selber in der Jugendarbeit aktiv und mehrere Jahre Kreisjugendringvorsitzender im Landkreis Deggendorf war.

von Susanne Götte

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