Berichte 2017

Bergwald (31. August - 03. September)

Bergwaldaktion 2017

Schon seit dem Jahr 1995, also zum 23. Mal, starteten Jugendliche und junge Erwachsene zur „Bergwaldaktion“ nach Bayrischzell. Mittlerweile sind es Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Bayern und darüber hinaus, die an den 4 Tagen kurz vor Ende der Sommerferien nicht nur über Umweltschutz reden, sondern einen konkreten Beitrag zum Erhalt des bedrohten Bergwaldes leisten.

In Zusammenarbeit mit der Kirchlichen Umweltberatung unter der Leitung der Diakone Sebastian Leßner und Hans Köhler startete die Evangelische Jugend mit insgesamt 13 Personen zur diesjährigen Aktion. Die Gruppe war in der „Stocker-Hütte“, einer Schutzhütte des Forstamtes Bayrischzell, untergebracht.

Während in den letzten Jahren häufig junge Bäumchen gepflanzt wurden, legten die Jugendlichen in diesem Jahr einen neuen Steig an. Solche schmalen Wege in den Bergen sind für die Begehung der Waldgebiete äußerst wichtig. Nur auf gut begehbaren Wegen können Förster und Jäger den Bestand regelmäßig überprüfen und pflegen. Ebenso werden die Steige für die Jagd oder auch für neue Pflanzaktionen notwendig gebraucht.

Außerdem mussten wir heuer schon am ersten Tag an einer Forststraße, die auch als Wanderweg genutzt wird, arbeiten. Dort hatte ein Sturm mehrere Bäume umgeworfen, die nun quer über dem Weg lagen und den Durchgang versperrten. Wir konnten zwar die Baumstämme selbst nicht entfernen, das ist Sache der Fachleute mit der Motorsäge, aber immerhin durch das Entfernen von Ästen und Zweigen einen Durchgang schaffen, so dass der Weg von Wanderern wieder genutzt werden konnte.

Die Gruppe wurde vom „Fachmann vor Ort“, Forstamtsleiter Rudolf Kornder, begleitet. Er zeigte den jungen Leuten, wie mit den Werkzeugen - zum Beispiel der „Wiedehopf-Hacke“ - richtig umgegangen wird. Neben dem Steigbau war die Gruppe auch damit beschäftigt, Sträucher zurückzuschneiden, die in Wege hineingewachsen sind und damit die Durchfahrt behindern.

Für manche der jungen Leute war der Einsatz im Bergwald ungewohnt. Schon der Anstieg den Berg hinauf war für den ein oder anderen eine echte Herausforderung und dann noch die körperliche Arbeit! Kein Wunder, dass bei einigen schon nach dem ersten Arbeitstag Blasen an Händen und Füßen zu finden waren. Viel wichtiger war aber auch in diesem Jahr wieder das Bewusstsein, etwas Sinnvolles für die „Bewahrung der Schöpfung“ getan zu haben. Es ist immer wieder eine tolle Erfahrung, wenn man nach getaner Arbeit auf dem Steig zurückgehen kann, an dem man selbst mitgebaut hat oder wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen, wie die Pflanzen, die sie selbst vor Jahren eingepflanzt haben, inzwischen gewachsen sind..

Neben der Arbeit im Wald dienen gemütliche Hüttenabende der Entspannung aber auch der weiteren Information über die Problematik des bedrohten Bergwaldes. Hierzu wurde die Gruppe über die Probleme des Klimawandels und dessen Auswirkungen auf die Wälder von Herrn Waas, ebenfalls einem Fachmann aus der Forstwirtschaft, informiert. Gemeinsames Kochen, Spiele und Musik, Andachten, ein Besuch im Erlebnisbad in Schliersee – und dann, natürlich der Umwelt zuliebe – ging es am Sonntagnachmittag wieder mit dem Zug zurück nach Hause. Der Termin für das nächste Jahr steht – wieder am ersten Wochenende im September 2018 - schon fest. Es gibt noch viel zu tun!

von Diakon Hans Köhler

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